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"Mein Partner bedarf meiner Hilfe. Sie kann ja nicht machen.... Sie kann ja nichts dafür, daß sie so oder so nun reagiert..."
Wenn IIhr Partner in diesem oder jenem Bereich Schwierigkeiten hat und Sie ihr mit Ihrer Haltung "Ja, verstehe ich, Du kannst ja wirklich nichts dafür, das ist ja alles nur, weil Du sexuell mißbraucht worden bist, Du bist arm...." entgegen-treten, dann erleben viele Betroffene dies zumindest primär mit Ambivalenz. Denn: Sie haben häufig einen Widerspruch in sich: Ihre Partnerin weiß, es gibt etwas anderes in ihrem Leben als den Sexuellen Mißbrauch, sie/er will nicht nur als Opfer, als darauf reduziertes Wesen betrachtet werden. Und oft kommt auch schon der Widerspruch, das Aber: Viele Betroffene reduzieren sich - vor der Bewältigungsphase - immer wieder selbst auf die seinerzeit erlebte Erfahrung.
Ihr Partner nimmt sich wahrscheinlich selbst nicht immer für "voll" = für voll-wertig. So grübelt sie, fällt vielleicht gerne in alte Verhaltensweisen zurück und zieht sich immer wieder zurück. Mit obigen Worten, mit obiger Haltung unterstützen Sie diese Tendenz zum Rückzug, weil Sie Ihrer/m Partner eben vermitteln: Du kannst ja eigentlich gar nichts machen.
Die Betroffenen hören dies einerseits teilweise """gerne""", weil sie manches Mal oder immer wieder selbst an sich zweifeln, ob sie das Leben überhaupt meistern können. Andererseits wird sie oder er gegen Sie kämpfen, weil sie bzw. wer sich diesen Reduktionismus, diese Abwertung der Person samt ihrer Zukunftsaussichten nicht gefallen lassen will.
Die richtige, liebevolle Haltung sollte lauten: Was seinerzeit Dir widerfahren ist, ist grausam. Wir können gemeinsam darüber weinen. - Ich kann Dir immer wieder bei Deinem Zweifeln zuhören. - Aber, was ich Dir nicht nehmen kann: Deine Verantwortung für jetzt, für Deine Person.
Ihr/e Partnerin bedarf zum Teil Ihrer Hilfe. Aber Hilfe bedeutet nicht unbedingt, etwas zu geben ("Ich meine es ja gut!"), was abgelehnt wird.
Auch Sie haben Grenzen. Auch Sie können nicht alles Sie "gutmütig" er-tragen. Es nützt nichts, wenn Sie sich verpflichtet fühlen, "alles" hinzunehmen. Es kann einer/m Betroffenen auch "gut" tun, wenn Sie zum Beispiel sagen: "So bitte nicht mit mir. Ich liebe Dich. Aber das geht zu weit." Liebe bedeutet auch Wahrheit bzw. Realität dem geliebten Menschen anzubieten. Und hier wären wir wieder bei der Verantwortung: Diese muß auch die/der andere an-nehmen.
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